Adware ist nicht nur lästige Werbung, sondern kann zum echten Sicherheitsrisiko werden, wenn Anzeigen plötzlich aggressiv auftauchen, zu Klicks drängen oder im Hintergrund weitere Schadsoftware nachladen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Adware im Unterschied zu legitimer, werbefinanzierter Software bedeutet, warum Angreifer sie einsetzen und welche Malware dadurch häufig verbreitet wird, etwa Spyware, Ransomware oder Kryptojacking. Außerdem zeigen wir typische Warnsignale einer Adware-Infektion, zum Beispiel unerwartete Pop-ups, automatische Weiterleitungen oder veränderte Browser-Einstellungen. Zum Schluss erhalten Sie klare Schutzmaßnahmen gegen Adware im Alltag und eine kurze Anleitung, was Sie bei Verdacht sofort tun sollten, damit sich ein möglicher Angriff nicht ausbreitet.
Was ist Adware?
Werbung gehört inzwischen zu fast jeder App und vielen Websites. Gerade auf dem Smartphone wirkt es fast „normal“, wenn Apps vor oder nach der Nutzung Anzeigen einblenden. Oft ist das harmlos, weil Entwickler damit kostenlose Angebote finanzieren. Kritisch wird es, wenn Werbung nicht nur nervt, sondern als Bedrohung für Gerät und Daten dient. Genau dann sprechen wir von Adware als Malware.
Der Begriff Adware ist mehrdeutig, weil er zwei Dinge beschreiben kann:
➡️ Legitime, werbefinanzierte Software
Zum Beispiel kostenlose Apps oder Spiele, die Werbung anzeigen, um die Entwicklung zu finanzieren. Hier lohnt sich ein Blick in die Nutzungsbedingungen: Seriöse Anbieter erklären dort, welche Daten wofür genutzt werden.
➡️ Adware als Malware (Schadsoftware)
Eine bösartige Variante, die Werbung invasiv einblendet, Nutzer zum Klicken drängt oder sogar weitere Schadsoftware nachlädt. Häufig sind diese Anzeigen besonders invasive oder werden mit invasiver Gestaltung und Tricks („Systemwarnung“, „Update nötig“) präsentiert.
In diesem Beitrag meinen wir mit Adware ausschließlich die bösartige Variante.
Was ist die Absicht hinter einem Adware-Angriff?
Bösartige Adware verfolgt meist zwei Ziele:
- Einnahmen durch Werbung erzeugen
Angreifer verdienen an Einblendungen oder Klicks. Dafür missbrauchen sie Mechanismen, die auch legitime App-Entwickler nutzen: Werbeflächen werden vermietet, pro Anzeige oder Klick fließt eine kleine Geldsumme. Um das zu steigern, erscheinen viele Anzeigen in kurzer Zeit, oft als Pop-ups oder Weiterleitungen, die sich schwer schließen lassen. - Weitere Malware verteilen
Manchmal ist Adware nicht das eigentliche Ziel, sondern der erste Schritt. Sie soll Sie zu einem Klick bewegen oder im Hintergrund zusätzliche Software herunterladen. Dabei gibt es zwei typische Wege:
- Schadlinks in Anzeigen: Ein Klick startet einen Download oder führt auf eine gefälschte Website, die Daten abfragt.
- Manipulierte Installationspakete: Vor allem bei Downloads von inoffiziellen Plattformen werden Programme gebündelt und Zusatzsoftware unbemerkt mitinstalliert. Oft werden dabei Schwachstellen ausgenutzt oder es wird versucht, eine Schwachstelle in veralteter Software zu treffen.
Welche Malware wird häufig über Adware verbreitet?
In vielen Fällen dient Adware als „Transportmittel“ für verschiedene Schadsoftware, zum Beispiel:
Spyware: Spioniert das Gerät aus, sammelt Informationen und sendet sie an Angreifer.
Ransomware: Verschlüsselt Dateien und fordert Lösegeld.
Kryptojacking: Missbraucht Rechenleistung, um Kryptowährungen zu erzeugen.
Malware ist der Sammelbegriff für Schadsoftware. Spyware, Ransomware und Kryptojacking sind konkrete Arten davon. Je nach Variante entstehen unterschiedliche Bedrohungen für Organisation und Endgeräte.
Woran erkennt man Adware?
Adware versucht sich oft zu verstecken. Diese Hinweise sind trotzdem typisch:
➡️ Werbung erscheint plötzlich, auch ohne Browser-Aktion.
➡️ Der Browser öffnet sich von selbst, leitet auf fragwürdige Seiten um oder spielt Werbung automatisch ab.
➡️ Startseite oder Suchmaschine ändern sich ohne Zustimmung.
➡️ Neue Toolbars, Browser-Plugins oder Erweiterungen tauchen auf, die Sie nicht installiert haben.
➡️ Das Gerät wird auffällig langsam oder reagiert schlecht.
Das sind Warnsignale, kein Beweis. Klären Sie das im Zweifel mit der IT oder einer aktuellen Sicherheitslösung. Adware kann sich ausbreiten, daher sollte geprüft werden, ob weitere Geräte betroffen sind.
So schützen Sie sich vor Adware
Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:
- Nutzen Sie nur freigegebene Software
Installieren Sie im Unternehmen nur Programme, die von der IT freigegeben sind. Wenn Sie eine neue Anwendung benötigen, stellen Sie eine Anfrage, statt selbst zu installieren. So verhindert die Organisation unerwünschte Zusatzsoftware. - Halten Sie Schutzsoftware aktuell
Updates und regelmäßige Scans erhöhen die Chance, Funde früh zu erkennen. Viele Angriffe setzen auf veraltete Systeme und bekannte Schwachstellen. - Klicken Sie nicht auf Pop-ups oder Werbeanzeigen
Wenn ein Pop-up Druck macht oder der „Schließen“-Button ungewöhnlich aussieht, klicken Sie nicht weiter. Schließen Sie Tab oder App und öffnen Sie die Seite später über Ihre Favoriten oder die Website des Herstellers. - Seien Sie vorsichtig mit Links
Links sind ein häufiger Verbreitungsweg, nicht nur für Adware, sondern auch für andere Bedrohungen. Prüfen Sie Absender und Adresse, besonders bei E-Mails. Achten Sie auf kleine Abweichungen im Namen oder in der Domain.
Was tun bei Verdacht?
Wenn Sie Adware vermuten:
➡️ Schließen Sie die betroffene App oder den Browser.
➡️ Klicken Sie nicht weiter auf Pop-ups und nichts zusätzlich herunterladen.
➡️ Melden Sie den Vorfall sofort der IT oder Ihrem Vorgesetzten.
➡️ Folgen Sie den internen Anweisungen.
So verhindern Sie, dass sich ein Problem ausbreitet oder zu einem größeren Angriff wird.
Fazit
Adware ist mehr als nur lästige Werbung. Sie kann Geräte ausbremsen, Einstellungen verändern, zu gefährlichen Seiten weiterleiten und im schlimmsten Fall weitere Schadsoftware nachladen. Entscheidend ist deshalb, Warnsignale ernst zu nehmen und nicht zu versuchen, das Problem „nebenbei“ selbst zu lösen. Wer Software nur aus vertrauenswürdigen Quellen installiert, Systeme aktuell hält und bei auffälligen Pop-ups oder Umleitungen sofort reagiert, reduziert das Risiko deutlich. Und wenn der Verdacht besteht, gilt: nichts anklicken, nichts herunterladen und den Vorfall schnell an die IT melden, damit aus einem kleinen Ärgernis kein größerer Sicherheitsvorfall wird.
Häufige Fragen zu Adware
Kann Adware auch auf dem Smartphone vorkommen?
Ja. Auf Smartphones ist es oft schwer zu unterscheiden, ob Werbung zur App gehört oder ob etwas nicht stimmt. Auffällig wird es, wenn Werbung außerhalb der App erscheint, z. B. auf dem Sperrbildschirm. Für Benutzer und Benutzern gilt: Installieren Sie Apps nur aus offiziellen Quellen und prüfen Sie vorab Nutzungsbedingungen und Berechtigungen.
Welche Schäden kann Adware verursachen?
Adware ist nicht nur nervig. Sie kann Sie auf gefährliche Seiten lotsen, Datenabfragen fördern oder weitere Malware nachladen. Häufig entstehen daraus konkrete Bedrohungen wie Account-Diebstahl, Performance-Probleme oder Infektionen im Netzwerk.
Soll ich die verdächtige App oder Browser-Erweiterung selbst löschen?
Wenn Ihr Gerät zentral verwaltet wird: nicht auf eigene Faust. Melden Sie es der IT, damit geprüft wird, ob die Schwachstelle bereits weitere Systeme betrifft und wie die Entfernung sauber erfolgt. Das schützt auch den Benutzers Account und verhindert Folgeschäden.
Reicht Antivirensoftware allein aus?
Sie hilft, aber sie ist kein Garant. Manche Varianten tarnen sich oder nutzen neue Wege. Die Kombination ist entscheidend: sichere Quellen, Updates, vorsichtiges Klickverhalten und schnelles Melden. Kurz: Schutzsoftware ist wichtig, aber Sie müssen sie auch richtig anwenden.
Warum soll ich die IT informieren, statt selbst zu testen?
Weil Adware Teil eines größeren Angriffs sein kann und sich im Unternehmen ausbreiten könnte. Die IT kann zentral prüfen, ob weitere Geräte betroffen sind, und Maßnahmen für alle Benutzer koordinieren. Außerdem können Fachleute nachvollziehen, über welche Schwachstellen der Einstieg erfolgte und welche Anwendung betroffen ist.